Hintergrund
Obwohl sich Knochengewebe generell durch eine gute spontane Regenerationsfähigkeit auszeichnet, gibt es klinische Situationen, in denen diese Spontanheilung nicht ausreicht — etwa bei großen Knochendefekten nach Tumorresektionen, bei ausgeprägter Knochenresorption im Kieferkamm oder bei traumatisch bedingten Substanzverlusten.
Zur Unterstützung der Knochenneubildung werden in solchen Fällen Knochenersatzmaterialien eingesetzt, die — analog zum Aufbau der Extrazellulärmatrix des Knochens — sowohl organischer als auch anorganischer Natur sind.
Synergie zwischen Osteokonduktion und Osteoinduktion
Die Kombination osteokonduktiver Trägermaterialien mit osteoinduktiven Proteinen wie BSP gewinnt insbesondere in der chirurgischen Zahnheilkunde zunehmend an Bedeutung.
- Osteokonduktion — das Material dient als Leitstruktur, an der einwachsende Knochenzellen entlangwandern und neue Matrix anlagern können.
- Osteoinduktion — biologisch aktive Moleküle wie BSP regen die Differenzierung mesenchymaler Stammzellen zu Osteoblasten an und beschleunigen die Mineralisierung.
BSP eignet sich aufgrund seiner hohen Affinität zu Kalzium und Hydroxylapatit besonders gut als bioaktive Komponente für mineralische Knochenersatzmaterialien — und kann dort als Kristallisationspunkt für die Hydroxylapatit-Bildung wirken.
Verwandte Anwendungen
Die Knochenersatztherapie ist eng verwandt mit der BSP-Implantatbeschichtung — beide Anwendungen nutzen die osteoinduktiven Eigenschaften von BSP an der Grenzfläche zwischen Implantat- bzw. Ersatzmaterial und vitalem Knochengewebe.
Patente
Bioaktive Werkstoffe und Verfahren zur Verbesserung der Einwachseigenschaften von Knochenimplantaten
Osteogenic Implant Matrices and Endosseous Tooth Implants with Improved Osteointegration Properties.